Biografisches


Ich stamme ursprünglich aus dem Landkreis Hannover und wuchs in meiner frühen Kindheit in dörflicher Umgebung auf.  
 Als ich 10 Jahre alt war, zog die Familie nach Nienburg/Weser, wo ich vor allem meine schulische Zeit verbrachte. Schon während meiner Schulzeit dort am  Albert-Schweitzer-Gymnsium zählte das Fach Kunst  zu meinen
 Lieblingsfächern. Aber auch in anderen Fächern zeichnete ich gern "so neben bei", wenn der Unterricht langweilig war, und das war oft der Fall. So konnte ich mit einigermaßen Geschick Interesse am Unterricht vorgaukeln, während ich in Wirklichkeit zeichnerischen Interessen nachging, vorwiegend in Form von Kritzeleien. Das war gefahrlos möglich, weil die dozierenden Lehrer glaubten, ich würde eifrig mitschreiben, denn sie erhoben sich "verlässlich" nur selten von ihrem einmal eingenommenen Platz. ...

Fortsetzung

Nach dem Abitur gab ich als Berufswunsch Grafiker an, der sich in grober Abwandlung der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs auch erfüllte: Ich wurde Realschullehrer u.a. für das Fach Kunst. Das Pädagogikstudium in Hannover brachte mich in der handwerklichen Praxis des Zeichnens oder Malens nicht weiter, denn es wurde kein besonderer Wert auf die Ausbildung der Praxis gelegt. Man selbst müsse gar nicht gut zeichnen können, es würde genügen - so die offizielle Lehrmeinung - den Schülern die künstlerischen Techniken "beibringen" zu können, eine Fehleinschätzung, wie ich später im schulischen Alltag schnell erkannte.

Eine Anstellung als Lehrer fand ich an der Realschule in Visselhövede, Kreis Rotenburg/Wümme im Jahre 1974, an der ich ca. 40 Jahre lang neben anderen Fächern Kunst unterrichtete. Während dieser Zeit beschränkte ich mich in meiner "künstlerischen" Tätigkeit darauf, im Vorfeld die Themen auszuprobieren, die ich meinen Schülern "zumutete", denn schon bald merkte ich, dass sich Schüler gern nach Bildvorlagen orientierten. Sie wollten an Beispielen sehen, wie das bildnerische Thema bewältigt werden könnte. Deshalb fertigte ich meistens ein Bild oder auch mehrere im Vorlauf an, um zu zeigen, wie ein bildnerisches Thema  umgesetzt werden könnte.

In den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts motivierte mich die Geburt meines Sohnes dazu, mich intensiver mit der Porträtmalerei
zu beschäftigten. In dieser Lebensphase entstanden auch einige Stillleben und Landschaften in Acryl-Technik.   

Um die Jahrtausendwende besuchte ich im Alter von ca. 50 Jahren mit meinem Sohn, der zu meiner Freude auch "künstlerische" Ambitionen zeigte, einige Aquarell- und Acrylkurse in einer privaten Malgruppe. In der Folge nahmen wir gemeinsam an Zeichenkursen der Volkshochschule Rotenburg teil, die vom Grafiker und Illustrator Peter Fischer (wohnhaft in Nartum im Landkreis Rotenburg/Wümme)
geleitet wurden. Er sei an dieser Stelle für seine lehrende Tätigkeit lobend erwähnt. Noch heute folge ich seinem Motto: "Zeichnen, das ist Sehen lernen", denn das, was man zeichnen will, muss man vorab hinsichtlich Struktur und Aufbau mit Auge und Gehirn aufgenommen und innerlich verarbeitet haben. Der Rest ist Erfahrung und Handwerk. In diesen Zeichenkursen wurde ich auch motiviert, mit Buntstiften zu zeichnen.


Nach meiner Pensionierung Anfang 2014 fand ich endlich sehr viel mehr Zeit und Muße, meinem Hobby Zeichnen intensiver und ohne Termindruck nachzukommen. So entstanden innerhalb eines Jahres in der Zeit von August 2014 bis Juli 2015 vierzehn Buntstiftzeichnungen, die ich in einem Café in Elferdingen nahe Bad Fallingbostel 2015 präsentieren durfte. Es war meine erste Ausstellung von Bildern überhaupt. In den beiden Folgejahren versuchte ich, das Medium Buntstift weiter auszureizen.

Nach wie vor ist für mich der Schaffensprozess wichtiger als das fertige Bild, weil mir das Zeichnen an sich Freude und Erfüllung verschafft und von mir nicht als mühsame Arbeit empfunden wird. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Leben im Rentenalter ohne kreative Tätigkeit - auf welchem Gebiet auch immer - auszuhalten ist. Insofern ist Zeichnen für mich zugleich eine Therapiemaßnahme, um dem Leben einen Sinn zu geben.

Thematisch bewege ich mich beim Arbeiten in allen Bereichen des realen Daseins, die sich bildnerisch erfassen lassen. Begonnen habe ich mit Naturstudien in Form von Blumen, Blüten, Früchten und Pflanzen. Es folgten Stillleben, Gebäudeansichten, Porträts und Landschaften. In letzter Zeit beschäftige ich mich vor allem mit dem Zeichnen alter, defekter und rostiger Maschinen und Gegenstände und verfallener, maroder Gemäuer, den »Lost Places«, die Geheimnisvolles ausstrahlen und viel Geschichte erzählen könnten. Ich habe diese Themen unter dem Sammelbegriff »Olles & Rostiges« zusammengefasst.

Stilistisch ordne ich mich dem Fotorealismus zu mit dem Anspruch, fotorealistisch genau in Struktur und Farbgebung zu arbeiten. Grundlage des Bildes ist deshalb immer ein in Schärfe und Farbgebung technisch einwandfreies Foto. Erstrebenswertes Fernziel ist die Entwicklung einer persönlichen Farbstruktur, dem Pointillismus vergleichbar.
Meine Zeichenutensilien sind die Künstler-Farbstifte Polychromos von FABER-CASTELL sowie die Luminance-Farbstifte von CARAN D´ACHE und ein möglichst sehr harter Zeichenkarton der Stärke 300 g/qm.

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, die Buntstift-Technik durch den Gebrauch von mit Wasser vermalbaren Aquarell-Buntstiften zu erweitern, um die Grenze zwischen Zeichnung und Gemälde zu überwinden.